Fr

20

Mär

2015

Wie fing es an?


Schon als Kind habe ich es geliebt, mir immer wieder neue Geschichten auszudenken. Als dann der von Erwachsenen, so oft zitierte Ernst des Lebens, für mich anfing, sprich die Einschulung, fiel das Lesen-Lernen mir super leicht und ich lernte es eher spielerisch. Manchmal ging es mir gar nicht schnell genug. 

Kinderbücher, die ich damals geschenkt bekommen habe oder Comics, manchmal auch in englischer Sprache, die ich in die Finger bekam, habe ich regelrecht verschlungen. Das Lesen faszinierte mich und ich erinnere mich heute, dass meine Mutter allerdings Probleme mit dieser meiner Leidenschaft hatte. Insbesondere dann, wenn ich heimlich Nächte durchlas und das ganz vorsichtig mit einer Taschenlampe unter der Bettdecke. Als ich dann, dummerweise muss ich zugeben, ein Buch (es war Pinochio) in meinem Federbett versteckte, fand sie es natürlich am nächsten Morgen und ich bekam eine Standpauke gehalten, von wegen zu wenig Schlaf und du verdirbst dir die Augen.

Bücher haben mich schon immer fasziniert. Wie war es aber mit dem Schreiben von Geschichten?
Im 3. und 4. Schuljahr wurden wir Kinder angehalten zu verschiedenen Themen kleine Aufsätze zu schreiben. Dies hat mir immer sehr viel Spaß gemacht, konnte ich doch endlich meiner Fantasie freien Lauf lassen. Und genau diese Fantasie hatte es anscheinend meiner Grundschullehrerin angetan. Ihr gefielen meine Aufsätze immer so gut, dass ich sie vor der versammelten Klasse vorlesen durfte. Später dann, auf dem Gymnasium, ist mir die Freude am Schreiben leider abhanden gekommen. Wurden wir Schüler doch in ein enges Lehrkonzept gepresst, dem wir auch in unseren Aufsätzen gerecht werden mussten und für Fantasie war da kein Platz mehr.
Doch auch in dieser Zeit hat meine Begeisterung fürs Geschichten erfinden überlebt, ich habe sie nur nicht aufgeschrieben sondern sie in meinem Kopf immer weiter gesponnen. Die Zeit, in der ich mich entschließen sollte, mein Kopfkino aufs Papier zu bringen, sollte viel später kommen.
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Fr

27

Mär

2015

Wie ging es weiter?

Jahre später, ich hatte mal die ein oder andere Geschichte angefangen jedoch nie zu Ende gebracht, stieß ich in einer Zeitschrift auf einen Schreibwettbewerb. Gesucht wurden Gedichte, die bei Gefallen in einer Sammlung zeitgenössischer Literatur veröffentlicht werden sollte. Ich dachte mir, verlieren kannst Du nichts, probier es einfach mal und sendete mein Gedicht "Echo" ein.
Wochen später, erhielt ich eine Antwort: "…Ihr Gedicht hat uns so gut gefallen, dass wir uns entschlossen haben, es zu veröffentlichen…"
Ich konnte mein Glück kaum fassen, hatte ich doch mit einer Absage gerechnet. So wurde ich auch nicht misstrauisch, als der "Verlag" von mir einen stolzen Preis für das Autorenexemplar verlangte. So weit, so gut. 
Später bekam ich von diesem "Verlag" noch Einladungen zu den deutschen Buchmessen und ich fühlte mich, als wäre ich fast im Schriftstellerhimmel angekommen. So war dann der Brief mit der Eröffnung: "…Liebe Schriftstellerin, wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass Ihr Gedicht ausgesucht worden ist, in dem Band "Die 100 besten Gedichte" (oder so ähnlich) gedruckt zu werden.." nur noch ein weiteres Sahnehäubchen auf meinen wolkigen Schriftstellerhimmel. Doch das Kleingedruckte, ließ das Sahnehäubchen schnell schmelzen und mich auf den Boden der Tatsachen plumpsen. Der "Verlag" verlangte von jedem Autor mit einem Betrag X in Vorlage zu gehen, damit dieser Gedichtband überhaupt gedruckt würde. Sämtliche rosa Wölkchen waren vor meinen Augen verschwunden und ich wollte mich über diese Machenschaften genauer erkundigen. 
Eine Buchhändlerin warnte mich und nachdem Google nähere Informationen ausgespuckt hatte, wurde mir klar, dass ich fast einem schwarzen Schaf aus der Literaturbranche auf dem Leim gegangen wäre. 
Ich war schockiert, hatte ich doch vorher gar nicht gewusst, dass es solche "Verlage" gab. Und damit wurde mein Wunsch, nach einer Karriere als Schriftstellerin, vorerst auf Eis gelegt.
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Mo

13

Apr

2015

Die Schreibwerkstatt

Die Jahre vergingen, ich war in der Zwischenzeit ein paar Mal umgezogen, und Mobbing, sowie viele unschöne Erlebnisse an meinem letzten Arbeitsplatz, hatten ihre Spuren hinterlassen. Diese belastenden Erfahrungen versuchte ich in einer fiktiven Geschichte, bei der viel autobiografisches durchleuchtete, zu verarbeiten.

Doch zu einer Veröffentlichung meines ersten geschriebenen Werkes, konnte ich mich nicht durchringen, mir schien die Geschichte noch nicht rund genug. Stilistisch gesehen, haperte es meiner Meinung nach, noch hier und da.
Durch Zufall bin ich im Programmheft der VHS auf den Kurs "Schreibwerkstatt, Schreiben für Autoren und solche die es werden wollen" gestoßen. Na, wenn das nicht ein Wink mit dem Zaunpfahls der Schicksalsgöttin war…
In diesem Kurs lernte ich viele Gleichgesinnte kennen. Am Anfang der Stunde wurde ein Thema vorgegeben, so zum Beispiel: Was fällt Ihnen zu Halloween ein?, und los ging's. Tatsächlich hat jeder der Schreib-Lehrlinge das Thema anders verarbeitet. Das Ganze machte mir Riesenspaß, doch leider, leider wurden Sachen, wie baue ich einen Roman auf?, wie werden Charaktere bildhaft dargestellt?, nur am Rande erwähnt. 
Also mussten Schreibratgeber her. Ich verschlang alles Mögliche, was der Buchmarkt in dieser Hinsicht hergibt und wurde in der Theorie (!) immer schlauer. Nun las ich Bücher mit anderen Augen: Aha, so hat also der Autor den Spannungsmoment aufgebaut, und da ist im die Glaubwürdigkeit seines Hauptcharakters grade baden gegangen…
Analyse eines fremden Schreibstils kann für einen angehenden Autor sehr lehrreich sein, aber für mich bedeutete es auch, dass ich die Freude am Lesen verlor. Die eigentliche Geschichte trat dabei immer mehr in den Hintergrund und allmählich hatte ich genug vom Stil-Studieren. Erst mal pausieren mit der grauen Theorie und in mein Inneres hineinhorchen, was mein Herzenswunsch ist. 

So nahm die Idee zu meinem ersten Roman immer mehr Gestalt an und drängte danach in die Wirklichkeit umgesetzt zu werden.
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Fr

24

Apr

2015

Handwerk des Schreibens

Ich baute erst einmal ein grobes Gerüst für meine Geschichte, also welche Personen spielen mit, wie sehen sie aus, was für Vorlieben und Abneigungen haben sie, welche angenehmen und welche fiesen Charakterzüge sind ihnen eigen. Wo spielt die Handlung, in welcher Zeit, aus welcher Sicht wird erzählt… all diese Fragen mussten erst geklärt werden. Nachdem ich mich für ein Gedankenkonstrukt entschieden hatte, ging es los.
Das Schreiben fiel mir leicht, die Worte sprudelten nur so heraus. Mit Tippen auf meiner PC Tastatur kam ich gar nicht hinterher, so entschied ich mich alles mit der Hand zu schreiben Nachdem sich Seite um Seite gefüllt hatte, übertrug ich das Geschriebene auf den Computer. Erst hier merkte ich dann meine Schreibfehler und so einige Wortwiederholungen. Dass Schriftsteller im allgemeinen dazu neigen, die selben Begriffe zu verwenden, wusste ich damals noch nicht. Somit konnte ich meinem Text eine erste Korrektur verabreichen. (Wenn ich damals gewusst hätte, wie viel Zeit das Korrigieren noch in Anspruch nehmen würde…das ein oder andere graue Haar wäre mir gewachsen)
Mein Schreibfluss wurde unterbrochen, als ich in eine Kurklinik besuchen musste. Ich hatte mir zwar meine Schreibutensilien eingepackt und fest vorgenommen, die Zeit zu nutzen um meine Geschichte voranzutreiben, doch als ich Wochen später wieder daheim war, empfand ich den Großteil meines Textes als ziemlichen "Quark". Hmmm, gut schreiben kann ich nur, wenn ich mich fit und glücklich fühle, wieder um eine Erkenntnis reicher.
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Mi

06

Mai

2015

Mein erster Schritt in die "große Autoren-Welt"

Endlich, es war geschafft, ich konnte unter mein Werk das von vielen Autoren heiß ersehnte Wort ENDE drunter setzen. Nachdem ich von meiner Schwester zu Weihnachten das "Handbuch für Autoren und Autorinnen" geschenkt bekommen hatte, fühlte ich mich gewappnet, um mich in die Schlacht um Verlage und Agenturen zu werfen. 
Ich schrieb mir Literaturagenten raus, die auch Fantasy Autoren vertreten und bewarb mich bei ihnen. Es folgte banges Warten und ständiges Checken meiner Mails, bis ich endlich von dem Ersten eine Antwort erhielt. Mit klopfendem Herzen öffnete ich die email und bekam gleich eins übergezogen. Zumindest empfand ich es so. Die Absage war rüde und hielt mir schlechten Schreibstil vor, obwohl der Brief selber voller Rechtschreibefehler war. Rums, vom Autorenhimmel wieder in die harte Realität gefallen. Mein Temperament ging mit mir durch und ich antwortete dem unverschämten Absender im gleichen rüden Ton. 

Danach trudelten immer mehr Antwort Mails ein, alles Absagen, aber wenigstens waren die im neutralen bis freundlichen Umgangston. Wahrscheinlich wussten diese Agenturen um die zart besaitete Seele einer Jungautorin und wollten sich gar nicht in eine Diskussion begeben. Dann, ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Ein Literatur Agent war von meinem Plot und meiner Leseprobe angetan und verlangte das Manuskript. Ah, endlich! Nach ungefähr 6 Wochen wollte er mir eine Antwort geben. In diesen 6 Wochen schwankte ich zwischen himmelhoch jauchzend (schon mal die Immobilien auf Mallorca abchecken) und zu Tode betrübt (Hartz 4 und der Tag gehört dir). Es kam, wie ich vermutet hatte, ich bekam eine Absage. Ich rief den Agenten an und er meinte, der Stil wäre noch nicht ausgereift und er müsste zu viel Lektoratsarbeit in mein Manuskript stecken, bevor er es einem Verlag anbieten könnte. Ich war bitter enttäuscht, doch mittlerweile muss ich ihm Recht geben, denn wenn ich mein Buch mit meinem Manuskript von damals vergleiche, sehe ich welche Veränderungen nötig gewesen waren, um mein Werk der Öffentlichkeit preis zu geben.

Ich fasste den Entschluss, mein Manuskript von verschiedenen Freunden und Familienmitgliedern gegen lesen zu lassen. Gesagt, getan. Meine Freunde waren begeistert, nachdem sie meinen Text gelesen hatten, gaben mir auch den ein oder anderen Anstoß zum Nachdenken. Doch erst meine Familie gab mir den wichtigsten Input, so dass ich verschiedene Schwächen in meinem Manuskript verbessern konnte. Meine Schwester bestärkte mich, nachträglich den Rückblick in meine Geschichte einzubauen, so dass Zusammenhänge klarer wurden. Diese Kapitel, die ich schnell und ohne Schreibratgeber, meinem Roman hinzu gefügt habe, sind nun meine Lieblingsstellen und oft auch die meiner Leser. So wurde aus etwas vermeintlich Negativem ein positiver Aspekt.
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Do

23

Jul

2015

Das Cover

Nachdem ich nun die unnützen Bücher, mit der viel zu kleinen Schrift, in die Tonne kloppen musste, hatte ich bei dieser Aktion genügend Gelegenheit gehabt, mein selbst entworfenes Cover zu begutachten. Und bei dieser Begutachtung kam es nicht so gut weg. Es war offensichtlich selbst gebastelt, es fehlte die professionelle Note.

So musste ich wieder auf die Suche nach geeigneten Profis ins Netz gehen und wurde zu guter Letzt bei einem Anbieter im United Kingdom fündig. Was es nicht alles so gibt, sogar fix und fertige Cover für kleines Geld. Die nette Designerin mailte mir mehrere Vorschläge und nach kurzem Feedback meiner Freunde, wobei jeder eine andere Meinung hatte, entschied ich mich.
Für das ebook war es kein Problem, das Cover wurde hochgeladen und los ging's. Aber für die Taschenbuch Ausgabe, da kam ein mittlerer Hürdenlauf auf mich zu.

Ich lasse meine Taschenbücher bei Create Space drucken, die Qualität und der Preis stimmen, doch was zu einer Hürde werden sollte, war die Sprache. Bei CS wird (soweit ich weiß) ausnahmslos Englisch gesprochen und so war die Beschreibung fürs Hochladen und Platzieren des Buchcovers auch in Englisch. Es klappte einfach nicht, ständig hing das Bild über den Sicherheitsrand, der beim Beschneiden der Buchseiten berücksichtigt werden muss. Ich verstand nicht was mir CS schrieb und sie verstanden höchstwahrscheinlich nicht mein Problem. Vor lauter Verzweiflung lud ich mir Photoshop runter, probierte dort hin und her, bis ich auch in dem Bildbearbeitungsprogramm an meine Grenzen stieß. Frust, Frust, Frust!

Es half alles nichts, die nette englische Cover Designerin musste mir helfen. Was sie dann auch gerne tat und zu einem günstigeren Preis, als ich angenommen hatte.

Fazit: Autorin kann nicht! alles selber machen.
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Do

02

Jul

2015

Mikroschrift

Nun war ich also bei neobooks angemeldet, mein Buch mit meinem selbst gestalteten Cover war im Shop erhältlich, sowie bei sämtlichen Online Händlern. Das Erscheinen meines Roman Titels bei diversen namenhaften Buchhändlern ließ mich jedes Mal vor Freude aufjuchzen und vermittelte mir das Gefühl, Teil der großen schreibenden Gemeinschaft zu sein.

In meinem Freundes- und Familienkreis hatte es sich mittlerweile auch rumgesprochen, dass ich ein Buch geschrieben hatte und die Neugierde auf dessen Inhalt wuchs. Nun hatte nicht jeder einen ebook Reader und so überlegte ich mir, mein Buch auch in gedruckter Form dem interessierten Leser zukommen zu lassen. 

Auf der Frankfurter Buchmesse hatte ich entsprechendes Infomaterial von einem PoD Verlag erhalten und ließ dort mein erstes Autorenexemplar drucken. Dieses kam wenige Tage später bei mir per Post an, zu meiner Verwunderung in einer unüblichen, viel zu großen DINA 4 Ausführung. Aha, ich musste bei der nächsten Bestellung das Format verkleinern. Der Vorteil dieser Riesen Buchgröße: eventuelle Fehlerchen stachen nun klar hervor und konnten beseitigt werden. 

Ich lud die korrigierte Fassung erneut in dem Print System hoch und da mich schon so viele Leute wegen eines Taschenbuchs bedrängt hatten und ein so attraktiver Mengenrabatt angeboten wurde, bestellte ich eine größere Menge im Taschenbuchformat. Eine Woche später wurde ein Paket geliefert, das ich sofort voller Vorfreude öffnete. Endlich hielt ich mein erstes gedrucktes Taschenbuch in der Hand. Stolz schlug ich die erste Seite auf und meine Augen wurden groß, als ich versuchte die ersten Worte in Mikrogröße zu entziffern. Was war das? Ich blätterte das ganze Buch durch, überall nur diese klitzekleinen Buchstaben. Voller Wut und Enttäuschung rief ich die Druckerei an, die jede Schuldzuweisung ablehnte und mir die Verantwortung gab. Sie würden nur das Drucken, was ihnen der Kunde vorgab. Auch mein Argument, dass auf dem Bildschirm meines Rechners, alles in perfekter Größe erschienen war, ließ der Dienstleister nicht gelten. 

Die Idee, jedem Käufer des Taschenbuchs eine Lupe mitzugeben, verwarf ich nach kurzer Diskussion mit meiner Schwester. Es war nichts zu machen, ich blieb auf den vermurksten Büchern und den Kosten sitzen.
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So

21

Jun

2015

Das Barsortiment

Nachdem endlich mein Manuskript fertig lektoriert, korrigiert und formatiert war, wagte ich mich an das Abenteuer "Kindle Direct Publishing" heran, also direkt auf der Kindle Plattform von Amazon veröffentlichen. Nach mehreren Versuchen und vielem Fluchen, war es endlich so weit, mein Roman war ab sofort als ebook verfügbar. Sogar ein Cover hatte ich selber designet, nach vielen Entscheidungsrunden bei meinen Freunden. Es gefiel mir recht gut und für selbst gemacht, war es wirklich passabel.

Nun wollte ich natürlich nicht nur für Kindle Reader erreichbar sein, sondern mein Werk allen potentiellen Lesern anbieten. Nur wo fängt man da an? Ich fand so viele Anbieter im Netz, die alle versprachen, am besten und am günstigsten die Ergüsse der Indie Autoren an den Mann zu bringen, dass ich schnell den Überblick verlor. Zum Glück bin ich auf die "Selfpublisher Bibel" im Netz gestoßen, die die einzelnen ebook Distributoren miteinander verglichen und ausgewertet hatte. Diese Sammlung an Informationen und wertvollen Recherchen im Internet, kann ich jedem angehenden oder frisch gebackenem Indie Autor nur empfehlen.
So, nun war die Auswahl der möglichen ebook Vertreiber schon enger geworden, doch ich wollte mich lieber mit den Mitarbeitern, die hinter den Firmenlogos standen, persönlich unterhalten. Was bot sich da besser an, als zum zweiten Mal die Frankfurter Buchmesse zu besuchen. 

Meine Schwester und ich machten uns auf und durchpflügten die Menschenmassen in der Frankfurter Messehalle. Gut gewappnet mit Messeplan fanden wir auch recht zügig einen der Selfpublishing Dienstleister. Als erstes wurde meine Schwester von den netten Mitarbeitern am Stand angesprochen (dies war an den übrigen Messeständen später genauso), anscheinend wirkte sie sehr professionell mit ihrem Hosenanzug und dem Labtop unter dem Arm, und ich musste klären, dass es eigentlich um mich ging. Das Team war gut geschult und so priesen sie ihr Unternehmen als das beste auf dem Selfpublisher Markt an. Doch so recht war ich nicht überzeugt. Wir streiften weiter durch die Gänge, bis sich uns eine junge Frau in den Weg stellte und einen Flyer in die Hand drückte. Auch ihre Firma bot Indie Autoren an, ihre Bücher als ebook und als Print auf den Markt zu bringen. Die Frau kam ins Erzählen und schon bald flogen uns die Fremdwörter nur so um die Ohren. Ein Wort blieb bei mir haften: Barsortiment. Aufgrund meines unwissenden Blickes begann sie sofort zu erklären, ein Buch muss im Barsortiment gelistet sein, sonst kommt es nicht in den Buchhandel und das hat Konsequenzen weil…Mir schwirrte der Kopf, was man alles bedenken musste.

Viel später dann, ich lag in meinem Frankfurter Hotelbett, war es in meinem Schädel immer noch am brummen, und immer wieder ertönte es: Barsortiment! Hatte ich früher unter Barsortiment etwas ganz anderes verstanden, eher ein Sortiment der flüssigen Art, hatte der Ausdruck nun eine neue Gewichtung bekommen. Ich fragte mich, als was sich mein Werk in diesem Barsortiment wiederfinden würde, als Dom Perignon, als Dalmore oder schlicht als Underberg? Über dieses Sinnieren von Flaschen und Büchern, schlief ich endlich ein.
Tage später entschied ich mich für neobooks als Distributions Partner und sah mich neuen technischen Herausforderungen gegenüber gestellt, als es daran ging mein Manuskript auf die genannte Plattform zu laden.
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So

07

Jun

2015

Korrektorat, Lektorat und Verrat

Nachdem ich mich für die Version Selfpublishing entschieden hatte, las ich das passende Infomaterial, das ich zuvor auf der Frankfurter Buchmesse gesammelt hatte. Die Print on Demand Anbieter lockten den Jung-Autor mit verschiedenen Service Angeboten, darunter auch das Korrigieren und Lektorieren der Manuskripte vor ihrer Veröffentlichung. Nun war diese Dienstleistung nicht gerade billig und ich, mangels eines Goldesels im Keller, sah mich gezwungen nach günstigeren Alternativen Ausschau zu halten.

Wie immer bietet das Word Wide Web hierfür eine herrliche Plattform, auf der sich diverse Anbieter tummeln. Doch es dauerte eine ganze Weile bis ich jemanden fand, der mir zum angemessenen Preis und mit entsprechender Vorkenntnis mein Werk lektorieren wollte. Die besagte Person hatte Germanistik studiert und war Buchhändler. Ich sendete ihm mein Manuskript und erhielt bereits nach 2 Wochen eine Reaktion. Mein Roman hätte ihm außerordentlich gut gefallen und er hätte bereits mit dem Korrigieren begonnen. Wir diskutierten noch über die verschiedenen Wege ein Buch der Öffentlichkeit vorzustellen und er erzählte mir, dass er es selbst schon erlebt hätte, dass Bücher von großen Verlagen schon nach 3 Monaten aus dem Handel gezogen würden, wenn der Verkauf schwach wäre. Wieder wurde mein Entschluss unabhängig zu bleiben, bestärkt.

Weitere Wochen vergingen, und in meinem Email Eingang wartete das korrigierte und lektorierte Manuskript auf mich. Mit klopfendem Herzen öffnete ich den Anhang, ich befürchtete nur Rot zu sehen. Doch die Korrekturen und Anmerkungen hielten sich in Grenzen und ich konnte meinen Text in kurzer Zeit überarbeiten und verbessern. Ich rief meinen Lektor an und verkündete ihm, dass ich bald bereit für die Veröffentlichung wäre und wir besprachen noch ein paar Textstellen, als er plötzlich stutze und hastig meinte, er hätte was übersehen, er müsse sich das Manuskript nochmals kurz ansehen. 

Okay, kein Problem, dachte ich. Ja, gut gedacht, denn aus dem kurz, wurden Tage, aus den Tagen, Wochen. Mir lief die Zeit davon. Ich schrieb den Lektor an, keine Antwort, ich rief ihn auf dem Handy an, er meinte: Oh, grad ganz schlecht, bin in einem Meeting, rufe gleich zurück, was natürlich nicht geschah.

Was tun? Wieder musste ich auf die Suche gehen, hatte aber bereits Geld in die Korrektur investiert. Doch nun wollte ich es auch richtig machen und keinen halbfertigen Text in die Welt hinaus schicken. Zum Glück hat mir eine Bekannte geholfen, die "zufälligerweise" mit einer echten Lektorin verwandt ist und ich konnte mein Manuskript zu Ende und zu einem fairen Preis lektorieren lassen.
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Do

14

Mai

2015

Die Frankfurter Buchmesse. Außer Spesen, nix gewesen

Doch immer noch stand ich vor dem Problem, wie und wo veröffentliche ich mein Buch? Es ging auf den Herbst zu und ich hatte mir eine dicke Erkältung geholt. Während ich mir heißen Tee machte, um meine geschundenen Bronchien zu beruhigen, hörte ich im Radio, dass am Wochenende die Buchmesse in Frankfurt eröffnet werden soll. Schlagartig war mir klar, da muss ich hin. Denn wo sonst gab es eine so große Dichte an Literaturagenten, die nur darauf warteten, den nächsten Bestseller zu entdecken?

Aus dem Internet lud ich mir einen Plan von der Frankfurter Messehalle, sowie den Veranstaltungskalender runter. Aha! Die Agenturen befanden sich alle in der Messehalle XYZ, da musste ich hin. Mein Plan stand fest, ganz schnell mehrere aussagekräftige Exposés ausdrucken sowie Visitenkarten. Alles in ansprechende Mappen verpacken und die Fahrt nach Frankfurt konnte losgehen. 

Ich hetzte durch die Hallen, natürlich war der Raum, in dem sich die Literarturagenten trafen, ganz weit weg vom Eingang. Das Gedränge auf der Messe wurde immer dichter und ich verlor mehr als einmal die Orientierung. Endlich kam ich an meinem Ziel an, nur noch die Treppe hinunter und…NICHTS. Die Halle war menschenleer. Es standen nur Tische und Stühle herum und kein Mensch war zu sehen. Ich zuckte unmerklich zusammen, als mir ein junger Mann auf die Schulter tippte, ob er mir behilflich sein könnte, wollte er wissen. Ich fragte, wo die Agenturen denn wären, ob ich mich am falschen Ort befinden würde. Er erwiderte schmunzelnd, nein die Agenten, hätten feste Termine mit den Verlagen und diese immer VOR den öffentlichen Messetagen. Sie wollten nicht von schreibwütigen Autoren belagert werden, die ihnen ihr Manuskript in die Hand drücken wollten. Da stand ich nun, bepackt mit meinen Mappen, Dödel-ich. 

Leicht frustriert, schleppte ich mich die Treppe hinauf und ließ mich durch die Menschenmenge treiben, bis ich vor dem BOD Stand stehen blieb. Eine Idee reifte in mir, wenn es so schwierig war einen guten Verlag zu finden, dann wollte ich doch lieber selbst veröffentlichen. Ich sammelte alles an Infomaterial, auch von anderen Selfpublish Anbietern, was ich bekommen konnte und machte mich auf den Heimweg. Mein Entschluss stand fest. 
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Gottessöhne, Grigori, Engel
quelle: der engel mit den dunklen flügeln

Gottessöhne!
Sie werden im Alten Testament im Buch Genesis erwähnt und haben die Sintflut ausgelöst. Aber wer oder was, sind diese Wesen genau? Eine nähere Beschreibung  gibt das Buch Enoch, das genau so lange existiert wie die Schriften des Genesis aber von der Kirche nicht akzeptiert wird. Das Buch Enoch gehört zu den apokryphen Schriften, doch was sind die apokryphen Schriften?

Laut dem "Sacramemtum Mundi", einem theologisches Lexikon, sind sie Schriften, die im Gegensatz zu den in der Kirche geschätzten und benützten Büchern, geheim waren.

Ihre Entstehung liegt genauso lange zurück wie das Alte Testament, doch ihre Verfasser sind unbekannt oder fragwürdiger Herkunft.

Dies mag einer der Gründe sein warum in dem kirchlichen Konzil von Nicäa um das Jahr 325 die Bischöfe beschlossen haben, diese verborgenen Schriften nicht in den biblischen Kanon aufzunehmen.

Wir werden das Buch Enoch darum vergebens in der heutigen Bibel suchen.


 

Quelle: Legion
Quelle: Legion

Und trotzdem werden die Gottessöhne in der Bibel erwähnt, allen voran im Buch Genesis, Kapitel 6:
"Als die Menschen anfingen, sich auf der Erde zu vermehren, und ihnen Töchter geboren wurden, sahen die Gottessöhne, dass die Menschentöchter zu ihnen passten, und sie nahmen sich Frauen aus allen, die ihnen gefielen. ...Die Nephilim lebten damals auf Erden [und auch später noch], als die Gottessöhne mit den Menschentöchtern verkehrten und diese ihnen Kinder gebaren, jene Helden der  Vorzeit die berühmten."

 

Auch findet man eine Erwähnung von ihnen im Buch Hiob, Kapitel 38, Vers 7: "Als allzumal die Morgensterne jauchzten und alle Gottessöhne jubelten?" und sogar Jesus deutet im Neuen Testament

( Evangelium nach Lukas, Kapitel 20, Vers 36 ) ihre Existenz an.